Warum Naturparkschulen?

Viele kleine Leute an vielen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern! (Afrikanisches Sprichwort)
 

Um ein Naturpark-Bewusstsein zu schaffen, bedarf es für Kinder viel an Vorarbeit. Nicht nur die Begriffe sind im Vorfeld zu erarbeiten, auch die Zusammenarbeit mit dem Naturpark ist ein entscheidender Faktor.

Aus diesem Miteinander soll ein Prozess entstehen, welcher das Gefühl und Verständnis für das engere Umfeld bewirkt.

Kinder begreifen an Hand von Erleben, Fühlen, Verstehen warum es wichtig ist regional und national zu Handeln und zu Denken.

Hohe pädagogische Qualität ist verbunden mit modernen Lehrmethoden und mit ständiger Weiterentwicklung des Lehrangebots durch inhaltliche und methodische Innovationen auf Basis von Evaluierungen.


Bildungsziele

Bei Naturparkschulen geht es insbesondere um die an verschiedene Altersgruppen angepasste Vermittlung von Wissen und Erkenntnissen von/über:

  • Qualität der Natur- und Kulturlandschafts-Schutzarbeit und der damit verbundenen Inwertsetzungen (Schützen und Nützen)
  • Bewirtschaftungsweisen
  • Qualität des Lebens (-raums)
  • Landschaftsanalysen (Projekt „Lebensraum“)
  • „Gesundes Leben mit der Natur“
  • Bewusstsein z.B. über „Was essen wir?“,, „Was trinken wir?“ –
  • Kreislaufwirtschaft („Aus der Region für die  Region“)
  • Erneuerbare Energie – Schonung der  Ressourcen –nachhaltige Holzwirtschaft
  • Erlebnis- und Naturpädagogik (Wald, Wiese, Weingärten, Fluss, Bach …)

Die Kinder sollen zur Freude an der Beschäftigung mit der Natur hingeführt werden, um dadurch ein tieferes Naturerleben zu fördern.

In den regulären Unterricht werden verstärkt naturparkbezogene Themen eingebaut, damit die Kinder ihre nähere Umgebung mit ihrer Schönheit und Vielfalt kennen und schätzen lernen. Unter Berücksichtigung der Lehrplaninhalte werden Schwerpunkte gesetzt und Projekte zur Schaffung eines Naturpark-Bewusstseins durchgeführt.

Die Schüler sollen am Ende ihrer Schulzeit ein Grundwissen über ihren Naturpark in den Schwerpunktbereichen „Naturerlebnis – Kulturerlebnis – Produkterlebnis“ haben.


Die 15 Kriterien auf einen Blick

Präambel: Der Naturpark verpflichtet sich gemäß seinen allgemeinen Bestimmungen und Möglichkeiten, der Naturpark-Schule aktiv bei der Umsetzung der angeführten Ziele sowie bei der laufenden Betreuung behilflich zu sein.

1. Lage der Schule
Die Schule muss in einer Naturpark-Gemeinde liegen.

2. Drei formale Beschlüsse
Es sind drei formale Beschlüsse notwendig:

• Beschluss im Schulforum
• Beschluss im Naturparkvorstand / Generalversammlung
• Beschluss im Gemeinderat bzw. vom Schulerhalter

 3. Abgestimmtes Leitbild
Das Leitbild der Schule und das Schulprofil sind mit den Inhalten, Zielen und Vorhaben des Naturparks abgestimmt.

4. Gemeinsam definierte Lernziele
Unter Berücksichtigung der Spezifika des jeweiligen Naturparks definieren Schule und Naturpark gemeinsam Lernziele, aufbauend auf den 4 Säulen: Schutz, Erholung, Bildung und Regionalentwicklung.

5. Ansprechperson
im Naturpark und in der Schule.

6. Information über den Naturpark in der Schule
Naturpark und Schule erarbeiten und setzen gemeinsam ein Projekt um.

7. Naturparktag
Je Schulstufe wird mindestens ein Naturparktag in einem Naturpark abgehalten (als Lehrausgang, Exkursion) unter Berücksichtigung der 4 Säulen eines Naturparks

8. Projekttage
In der Grundstufe II werden 2 Projekttage, in der Sekundarstufe 4 Projekttage im Naturpark abgehalten (spezifische Naturparkthemen und -inhalte sind darin integriert).

9. Einbeziehung von Experten
zum Thema „Naturpark“: mindestens einmal alle 2 Jahre.

10. LehrerInnen-Fortbildung
Naturparkschulen führen einmal jährlich eine LehrerInnen-Fortbildung zum Thema „Naturpark“ durch.

11. Schulprojekt mit Naturparkbezug
Jede Schule führt innerhalb von 4 Jahren ein Schulprojekt mit Naturparkbezug durch.

12. Darstellung der Schule als „Naturpark-Schule“ nach außen
durch deutlich sichtbare Kennzeichnung, Aufnahme in den Titel der Schule als Zusatz

13. Öffentlichkeitsarbeit
• Regelmäßige Berichterstattung, Informationsaustausch in Zusammenarbeit mit dem Naturpark
• Darstellung auf der Homepage des Naturparks
• Eine Presseinformation pro Jahr 

14. Die Evaluierung
der Naturparkschule erfolgt auf Bundesländerebene in Koordination mit dem VNÖ.

15. Jährliche Dokumentation
der Umsetzung der Kriterien


Zusatz Empfehlungen, keine "Muss-Kriterien"

1. Gesunde Jause mit regionalen Produkten
Sofern ein Schulbuffet vorhanden ist, wäre es wünschenswert, wenn Naturparkprodukte angeboten werden. Bewusstseinsbildung bei Elternabenden für eine gesunde Schuljause.

2. Veranstaltungen mit Produkten aus dem Naturpark
Vorbildwirkung bei der Ernährung

  • Schulschlussfest,
  • Tag der offenen Tür
  • Elternsprechtag
  • Vernissagen ...

3. Betriebsbesichtigungen von Naturpark-Spezialitäten-Produzenten
Den Unterschied zwischen „herkömmlichen“ Produkten in den Geschäften und den Spezialitäten der Naturparkproduzenten kennen lernen (vom Rohprodukt bis zum fertigen Produkt für den Konsumenten).

4. Nutzung des Angebotes „Bildungsprogramm der Naturparke Niederösterreichs“ – Naturparke machen Schule
Details und Download des Bildungsprogrammes finden sie hier >>>

5. Kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Naturpark
z.B.

  • Naturpark-Kalender
  • Arbeiten mit Künstlern zum Thema Naturpark
  • Naturpark-Song
  • Gestaltung von Schul- und Außenräumen
  • Informationstafeln über den Naturpark erstellen
  • Lesungen mit heimischen Literaten ...

7. Führungen zu Naturerlebnispunkten
Sehenswürdigkeiten im Naturpark kennen lernen:

  • Ötscher Tropfsteinhöhle (Ötscher Tormäuer), 
  • Riesenwackelsteine (Blockheide)
  • Moorlandschaft (Heidenreichstein, Hochmoor Schrems), ....
  • Auwaldreste (Dobersberg)
  • Hagenbachklamm (Eichenhain)
  • Weinterrassen (Jauerling und Kamptal)
  • Keltensiedlung (Landseer-Berge)

um nur einige der zahlreichen Attraktionen in unseren Naturparken in Niederösterreich zu nennen.

8. LehrerInnenfortbildung
Angebot themenspezifischer Bildungs-Einrichtungen in den Bundesländern

9. Internationale schulübergreifende Projekte zum Thema Naturpark
Zusammenarbeit nach Möglichkeit mit Schulen in einem anderen Naturpark – z. B. Park Kozjanski (Slowenien)

10. Kooperation SchülerInnen –Gemeinde bei Naturpark-Projekten
Projekt „Blumenreich Straßenrand“, Landschaftsgestaltung „Naturparkhaus“ weitere Projekte zu naturschutz- und umweltrelevanten Themen
z.B.

  • Mini-Ranger Ausbildung mit Bergwacht
  • Integration kulturelles Naturpark-Angebot
  • Einbeziehung der Jagd- und Forstwirtschaft
  • Wetterbeobachtung