Der Neuntöter - Ein „Pirat“ unter den Zugvögeln:

Der Neuntöter - Ein „Pirat“ unter den Zugvögeln
In den Naturparken: Blockheide Gmünd-Eibenstein (Den Neuntöter können Sie in der offenen Feldlandschaft antreffen.), Dobersberg, Eichenhain, Föhrenberge, Geras, Jauerling-Wachau (Neuntöter können Sie auf den Wiesen am Jauerling und in den Weingärten beobachten.), Kamptal-Schönberg, Leiser Berge, Purkersdorf Sandstein-Wienerwald, Sparbach


Im Vollfrühling haben Sie die Möglichkeit einen sehr interessanten Heimkehrer in unseren Naturparken zu treffen: Den Neuntöter. In Gegenden mit Gehölzen, Wiesen, bunten Böschungen, Säumen und Dornsträuchern kann es leicht sein, dass er auf der Spitze eines Strauches, z.B. eines Schlehdornes, sitzt und Ausschau nach vorbeifliegenden Insekten oder herumkrabbelnden Bodentieren hält. Also ab in den Naturpark und mit etwas Glück Aug in Aug mit dem Kapitän der Lüfte.


Was hat der Neuntöter mit einem Piraten gemeinsam?
Erstens sitzt er meist auf erhöhten Warten, besonders gerne auf Einzelbüschen, aber auch auf Masten, Drähten, Zäunen, Pflöcken usw. Aus dieser Position hat er einen hervorragenden Überblick über die Umgebung und kann bestens potentielle Beute erspähen, ähnlich wie ein Pirat in seinem Ausguck am Piratenschiff. Zweitens spießt er seine Beute gerne auf. Was allerdings weniger mit Kampflust zu tun hat, sondern viel mehr mit kluger Vorratshaltung. Ganz nach dem Motto „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ sammelt der Neuntöter Vorrat für kalte Tage, wenn keine Insekten zu finden sind. Und auch der kampflustige Name hat etwas piratenhaftes an sich. Der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, hat seinen Namen von seinem bereits erwähnten Verhalten, Insekten und anderes Kleingetier auf Dornen oder Stacheldraht aufzuspießen. Dieses Verhalten hat ihm noch einen dritten Namen eingebracht: ”Dorndreher”. Außerdem könnte man meinen, sein roter Rücken hat was von einem roten Piraten-Cape und um die Augen trägt er eine schwarze Piraten-Maske. Das trifft besonders auf das männliche Exemplar zu, das Weibchen ist bedeutend unauffälliger und matter gefärbt.

Ein „Kultur-Liebhaber“
Der Neuntöter ist ein typischer Kulturlandschaftsvogel, der die halboffene Landschaft mit aufgelockertem Buschbestand, reichlichem Insektenvorkommen, niedriger Bodenvegetation und dornenbewährten Sträuchern bevorzugt. Meist ist er in extensiv oder nicht genutzten Bereichen wie Böschungen, Trocken- und Magerrasen, Bahndämmen, Weingartenbrachen, usw. zu finden. 

Daher unser TIPP für alle Landwirte: Durch die Anlage von Brachen, Rainen und die Pflanzung von Einzelgehölzen (Rosen, Schlehe, etc.) können die Lebensbedingungen für den Neuntöter entscheidend verbessert werden.


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