Die Trockenrasen der Leiser Berge - Ein Stück österreichische Steppe

Viele Pflanzen, die ihr Hauptverbreitungsgebiet im Osten Europas und in Asien haben, finden sich hier in den westlichsten Ausläufern der Steppe wieder. Bekannte Beispiele dafür sind Kuhschellen und Federgras, im Weinviertel auch „Frauenhaar“ genannt. Dazu trägt auch das pannonische Klima bei, das ebenfalls bis ins Weinviertel reicht.

Der Kern der Leiser Berge besteht aus Kalk. Ernstbrunner Kalk und Klentnitzer Kalk bauen diese Berge genauso auf wie die Pollauer Berge in Südmähren. Kalkstein wurde hier seit jeher auch abgebaut und verarbeitet. Dabei tauchen auch immer verblüffende Funde auf – Reste urzeitlicher Meeresorganismen, die im Fossilienschauraum in Ernstbrunn zu bestaunen sind.

Die Steppenrasen der Leiser Berge, auch Trockenrasen genannt, sind auch das Ergebnis der bis auf die Jungsteinzeit zurückgehenden Landnutzung. Die archäologischen Funde belegen eine Besiedlung der Gegend schon vor mehr als 6000 Jahren. Die trockenen Rasenflächen wurden schon damals durch Beweidung offen gehalten. Heute erreicht man den Effekt des Zurückdrängens der Gehölzvegetation auf einem Teil der Flächen auch durch Mähen.


Tierische Rasenmäher

Die traumhaften Trockenrasen des Weinviertels bedürfen spezieller Pflegemaßnahmen, um den Artenreichtum dieser geschützten Habitate zu erhalten. Der Naturpark Leiser Berge wirkt mit seinem Beweidungsprojekt gezielt der Verbuschung entgegen.

Die Beweidung mit Schafen wurde vor einigen Jahren vom Naturpark und von der Familie Danninger aus Au initiiert. So ziehen die Schafe heute wieder von Weidefläche zu Weidefläche. Die Hirten wurden allerdings mittlerweile durch Elektrozäune ersetzt. Für die Besucherinnen und Besucher bietet sich aber wieder das romantische Bild weidender Schafe in einer archaischen Landschaft.

  • Schafe im Naturpark